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CLAUDIO GAEBLER
claudiogaebler@fibertel.com.ar
 
Buenos Aires - Argentina

NAHES ABENTEUERLICHES USHUAIA

Sicher werden viele finden, das irgendwas mit dem Titel nicht stimmt. Denn sogar in Argentinien sind Entfernungen von mehr als 3000 km von Buenos Aires keine Kleinigkeit. Aber da muss man aber auch gleich dazusagen: wer faehrt schon mit Auto oder Bus dorthin? Die meisten, die nach Ushuaia kommen, machen es mit Flugzeug. Und was sind schon etwas mehr als drei Stunden Direktflug ab Buenos Aires? Dazu kommt noch, dass man es schaffen kann, zum selben Preis eines Fluges Bs.As.-Cordoba hin und zurück (nur 800 km von Bs.As. entfernt ), wenn man rechtzeitig kauft, einen Flug bis zur argentinischen Stadt auf der "anderen Seite der Anden" zu bekommen. Also doch nah !!! Und dazu auch noch relativ preiswert. Mit Bus muss man schon mit 36 Stunden Fahrt rechnen. Natuerlich gibt es auch einige Abenteurer, die Tausende von Kilometern Auto fahren wollen. Ich kenne einige Europaer, die sich in dieser Hinsicht in endlosen Weiten mal richtig austoben wollten. "Jedem Tierchen sein Plaesierchen". Da muss man natuerlich mit der Faehre ueber chilenisches Gebiet auch die Magellanstrasse ueberqueren. Alles moeglich!

Also das mit der Ferne Ushuaias ist "relativ". So relativ, dass Ushuaia auch ganz nahe –nur 1000 km und zwei Tage Schiffsfahrt entfernt- von der Antarktis liegt. Deshalb geht auch jedes Jahr hauptsaechlich im Sommer 90 % des Welttourismus nach der Antarktis hier vorbei! Zwei Luxusschiffe taeglich ankern hier in Hochsaison, wo auch in Ushuaia geringe Dunkelheit herrscht und das Klima etwas waermer ist. Der weisse Kontinent ist eine der wichtigsten Naturreserven unseres Planeten und von der Menschheit noch nicht zerstoert. Und Ushuaia hat die Schluesselstellung und stellt den Welteingang dahin dar.-

Dazu kommt, dass Ushuaia sozusagen die Stadt der Mitte Argentiniens darstellt! Wie bitte??? Ja, Argentinien beansprucht –auch wenn von niemanden international anerkannt und durch den Antarktischen Vertrag heutzutage viele Jahre nicht in Diskussion – ein Stück Antarktis, das bis zum Suedpol reicht. Wenn man also die Entfernung in Luftlinie von Ushuaia (fast 55° Breitengrad) zum Suedpol vergleicht mit der bis z.B. La Quiaca (fast am 22° Breitengrad) in der Provinz Jujuy (Norden Argentiniens) kommen wir so ungefaehr auf dasselbe raus.

Dennoch stimmt alles andere auch, was Ushuaia so weltberuehmt macht. Es ist echt nicht nur der "Eingang zur Antarktis", sondern auch (noch) die suedlichste Stadt der Welt (Puerto Williams auf der etwas suedlicher liegenden chilenischen Insel Navarino ist noch ein Dorf mit seinen rund 2500 Einwohnern, nur noch 166 km von Kap Hoorn entfernt). Ja, in der Antarktis leben zwar Menschen, gibt es aber auch noch keine Staedte. Aber wie steht es mit der restlichen Welt? Ist es wieder der Groessenwahnsinn eines Argentiniers, der unbedingt in Buenos Aires die breiteste Strasse der Welt sehen will oder den besten Fussball, oder...? Aber nicht doch! Es handelt sich echt um die suedlichste Stadt der Welt. Auf dem Globus sehen wir es auf den ersten Blick. Afrika "hoert" schon auf der Hoehe von Buenos Aires auf, Australien (inklusive Tasmanien) und Neuseeland nicht suedlicher als ungefaehr den San Jorge – Golf bei Comodoro Rivadavia, auf der Hoehe des mittleren Abschnittes Patagoniens. Also diesmal stimmt es doch: Ushuaia ist echt die suedlichste Stadt der Welt!

In Ushuaia hoert Amerika (gemeint der amerikanische Kontinent nebst dessen Inseln) auf. Ja, kann man fast sagen. Es gibt zwar noch einige wunderhuebsche Inseln suedlicher bis zum sagenumwobenen Kap Hoorn, wo der Atlantische Ozean sich mit dem Stillen Ozean zu einem bewegtem "Rendezvous" treffen. Die "Panamericana" z.B., die Strasse durch den ganzen amerikanischen Kontinent und der "Isla Grande" (der grossen Insel, von deren Bewohner einfach "die Insel" genannt) von Feuerland bis nach Alaska im Norden, findet hier ganz in der Naehe Ushuaias bei Lapataia am Beaglekanal ihr Ende. So trifft man also hier alle moeglichen Abenteurer auf Welt oder wenigstens Amerikareise. Sei es auf Moped, auf Fahrrad, Auto oder per Autostop, alle treffen sich hier. Wer es nicht glaubt, kann ruhig mal Ushuaia im Internet suchen. Tausende Webseiten in allen Sprachen und Herren Laender behandeln diese "Weltstadt", und viele Weltenbummler geben ihre Erfahrungen preis.

Zu den o.g.Weltenbummlern zaehlen aber nicht nur diejenige, die sich auf dem Festland bewegen.Dazu kommen noch alle dazu, die sich auf Segel- und sonstigen Schiffen bewegen, und durch die Weltgeschischte reisen.

Hier fand ein deutscher Kapitaen – Theodor Dreyer - sein Ende, so wie es die Seemansehre verlangt , als sein Schiff Monte Cervantes von der Hamburg-Sued..., von Blohm und Voss gebaut, am 22.01.1930 vor den Tueren von Ushuaia im Beagle-Kanal auflief, und spaeter unterging (eine Zelle des Museums vom "Presidio del Fin del Mundo" - und auch im "Museum des Weltendes"- erinnern sogar mit u.a. auch deutschen Zeitungsauschnitten daran). Davor brachte der Kapitaen aber noch seine ganze Mannschaft (300) nebst Passagieren (1120) in Rettungsbooten unter, die alle Ushuaia (900 Einwohner damals) ueberfluteten. Sie wurden allesamt von der Bevoelkerung untergebracht und verpflegt, bis ein anderes Schiff der selben Schiffsgesellschaft sie bis Buenos Aires brachte. Kurz nach seiner Einweihung war das Schiff in der Arktis auf einen Eisberg gestossen und musste nach Spitzbergen begleitet werden. Die Bergung des Schiffes 1954 durch auch den heute noch im Hafen von Ushuaia sichtbarem Wrack "Saint Christopher" war ein Fiasko, so das das deutsche Schiff dann endgueltig unterging. Argentinische Taucher haben viel spaeter die verschiendenen Teile des Schiffes wiedergefunden und heutzutage in der Naehe der Insel von Les Eclaireurs im Beaglekanal ahmen auch noch andere diesen Wagemutigen nach.

Vor der Oeffnung des Panamakanals ging ein grosser Teil der Schifffahrt aller Herren Laender in der Naehe Ushuaias vorbei,einige durch die Magellanstrasse, und andere trotz der heftigen Stuerme der Le Maire-Strasse. und des Kap Hoorn, wo viele Schiffsbruch erlitten, auf diesem letzteren Weg. Aber die Eingeborenen –die Yaganes oder Yamana- schafften die tolle Leistung, sich trotz des kalten Klimas fast nakt mit Booten jahrtausendlang an dieses rauhe Klima und sturmumwobenes Meer anzupassen. Fast ueberall dem Festland Feuerlands hausten dann noch die tuechtigen Onas oder Selknam, dann in der Mitrehalbinsel oestlich desselben die von jenen verdraengten Haush, und letztendlich suedwestlich (hauptsaechlich im heute chilenischen Teil Feuerlands) die Alakaluf ,die farbenreich zusammen mit all den Schwierigkeiten der ersten weissen Einwohnern der Gegend in einem Buch von dem Pionier Lucas Bridges beschrieben wurden.

In die Gegend von Feuerland kamen u.a. der erste Weltumsegler Maguellan, Fitz Roy,der Naturwissenschaftler Darwin, und bei seiner ersten Weltreise Cook vorbei, und heutzutage auch die Fragata Libertad, das argentinische Schulschiff, eines der groessten Segelschiffe der Welt ueberhaupt.

Ushuaia hat aber auch eine lange Landepiste nebst einem schmucken modernen Flughafen, wo sogar der Concorde landete. Aerolineas Argentinas und Southern Winds bedienen u.a. auf dem Luftweg diese tolle Stadt, wo der "Held von Tsingtau" (China, 1914),Flieger und Abenteurer Günther Plüschow (Muenchen 1886- Argentinien 1931) zum ersten Mal im Dezember 1928 mit einem Heinkel HD 24 Flugzeug mit BMW-Motor landete, von Punta Arena in Chile abfliegend, und so einen seiner Traeume erfuellte. Auch dies vergass Ushuaia nicht: eine Strasse in der Naehe des Hauses Beban,das per Katalog Anfang des zwangstigsten Jahrhunderts in Schweden bestellt wurde, und eine Zelle im Museum des "Presidio del Fin del Mundo" erinnern noch an diesen Deutschen (zwei Nachbarzellen stehen leer und warten eventuell noch auf mehr Erinnerungstuecke von seinem abenteurreichem Leben), der von Hamburg aus mit einem Segelboot bis nach Feuerland kam und sein tragisches Ende im Lago Argentino fand, als sein Flugzeug dort abstuerzte.

Da wir schon bei diesem Museum des "Gefaengniss am Weltende" sind ( ab 1902 von den Gefangenen als Zwangsarbeiter selbst gebaut): dies war die einzige Art und Weise, welche die argentinische Regierung fand, um etwas mehr argentinische Bevoelkerung in diese Gegend zu bringen. Fast keiner der Gefangenen erreichte hier die definitive Flucht, da man ohne weiteres vor Kaelte oder Hunger starb, wenn man es schaffte in die Waelder und Berge zu entfliehen. Hier war bis zu seinem Tode der Kindermoerder "Petiso Orejudo" und nach einem Beweis, den Felix Luna erbrachte, verlebte sogar der beliebte Tangosaenger Carlos Gardel eine kurze Zeit. Der Anarchist Radowitsky, welcher den Polizeikomissar Ramon Falcon ermordete ( kuerzlich ein Buch darueber vom deutschstaemmigen Osvaldo Bayer erschienen), war einer der wenigen, der es schaffte, sich nach Chile mit Hilfe abzusetzen. Erst Peron 1947 schloss das Gefaengniss, nachdem die Presse stark gedraengt hatte, das es ein Skandal sei: durchschnittlich zwei Leichen in der Woche sei doch zu viel des Guten. Es hatte die Form von dem alten Gefaengniss von "Las Heras" in Buenos Aires (und anderer weltberuehmten), das auch spaeter abgerissen wurde. Der pazifistische Schriftsteller Ricardo Rojas (1934) und mehrere politische Gefangene auch noch nach der Schliessung des Gefaengnisses wurden in Ushuaia auch noch bis vor einigen Jahren untergebracht. Dieses Museum, was auch Exponate der Schifffahrt und der Antarktis ausstellt, ist an sich schon einen Tagesbesuch wert.

Die Stadt Ushuaia an sich hat eine sehr kurze Geschischte. Offiziell ist sie erst 1883 gegruendet worden, als auch zum erstenmal die argentinische Flagge hier gehisst wurde.

Die ersten weissen Einwohner Ushuaias waren britische anglikanische Idealisten, welche versuchten, die Eingeborenen zu missionieren (1871 definitiv instaliert). Sie kamen friedlich mit der indianischen Bevoelkerung aus, die sich sogar teilweise ansiedelte. Dabei half sehr, dass die Missionare sich die Muehe machten, die Sprache derselben zu beherrschen. Die Nachfahren der Missionare wohnen teilweise noch in dieser Gegend, wie die Familie Bridges in Estancia Harberton, die man auch unbedingt besucht haben muss, wenn man schon in der Gegend ist. Weltbekannt ist dorselbst ein naturwissenschaftliches Museum, gefuehrt von der Nordamerikanerin Natalie Goodall, die auch mit viel Liebe 1970 ein Buch ueber Feurland schrieb, heute schon als Klassiker angesehen.-

Ushuaia selbst ist eine interessante Stadt am "Weltende", wo man alle modernen Fortschritte geniessen kann. Am suedlichen Hange der Bergkette der Anden gelegen, schaut es auf den 2,5 km breiten Beaglekanal und danach auf noch eine Bergkette der Insel Navarino. Oestlich schaut man auf den wunderhuebschen Berg Monte Olivia , eine Art Wahrzeichen der Stadt, und auf die Cinco Hermanos (Erinnerung an die 5 Gebrueder Bridges), im Westen auch auf Berge. Rundum also Berge, Meer und wieder Berge. Nur 5 km vom Zentrum der Stadt entfernt ist die erste Skipiste Wolfgang Wallner, kurz danach die des Gletschers Martial (7 km). Dortselbst kann man auch guten Kafee und Kuchen oder in dessen Naehe abends ein feines franzoesiches Restaurant besuchen, waehrend man die Sicht auf Stadt und Beaglekanal geniesst; oder sich in eines der 4 oder 5 Sternehotels einquartieren, wo unter anderem ein wichtiger Vertrag der Laender des Mercosur (Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay) mit Chile und Bolivien unterschrieben wurde, von dem man in der Webseite der Deutschen Botschaft Kenntnis nehmen kann, und wo auch der Friedensnobelpreistraeger Mandela die Nacht verbrachte. Bald soll noch ein 5-Sterne Hotel mit hollaendischen Kapital mit genauso traumhafter Aussicht gebaut werden.

Noch naeher des Zentrums Ushuaias kann man im langen Winter im Freien auf der "Laguna del Diablo" (Teufelslagune) sogar auch noch des Abends eislaufen.

Hier in der Umgegend Ushuaias kann man trotz der geringen Hoehe ueber den Meeresspiegel fast halbes Jahr Skifahren, Schnee ist immer reichlich vorhanden. Sogar viele Argentiner wissen dies noch nicht und nehmen lieber mit anderen noerdlicheren huebschen Skiorten vorlieb, wie Bariloche, San Martin de los Andes, Esquel, Villa La Angostura, las Leńas, Penitentes, usw. Dies kommt daher, das 27 km von Ushuaia erst 1999 die modernen Skipisten des Cerro Castor eingeweiht wurden, mit allen Schwierigkeitsgraden und bester Infrastruktur, wo heutzutage nicht nur die argentinische sondern mehrere europaeische Skinationalmannschaften trainieren.- Die Langlaufpisten der Taeler sind nun stattdessen seit vielen Jahren als die besten Argentiniens bekannt, wo man u.a. auch mit Hundeschlitten gezogen werden kann. Erst denkt man an die Moeglichkeit, das es sich bei letzteren dabei um Tierquaelerei handeln koennte, aber wenn man sieht, wie die Huskies oder andere Hunderassen jaulen, wenn sie nicht die Auserkorenen sind, um den Schlitten zu ziehen, wird man eines Anderen belehrt. In Ushuaia wohnt auch einer der tollen Maenner der argentinischen Expedition, die es mit Hundeschlitten wie damals Amundsen geschafft hat, in der Antarktis bis zum Suedpol vorzudringen. Seine Nachfahren fuehren "Tierra Mayor" (20 km von Ushuaia). Dazu gesellen sich die anderen wunderschoenen gemuetlichen Skizentren von "Altos del Valle" (17 km), "Solar del Bosque" (18 km), "Llanos del Castor" (23 km), "Valle Hermoso" (24,5 km), "Las Cotorras" (26 km) y "Haruwen" (36 km), alle nordoestlich von Ushuaia auf der "Ruta 3" (Landstrasse 3) in Richtung Rio Grande (und auch mit Abzweigung nach Harberton), die andere 220 km entfernte groessere Stadt in der neuesten (1990) Provinz Argentiniens von "Tierra del Fuego, Antartida e Islas del Atlantico Sur".-

Trotzdem Ushuaia also ein wichtiges Skizentrum ist, fuer die Hotels handelt es sich nur noch nur um mittlere Saison, was natuerlich den Touristen zugute kommt. Das kommt daher, dass die Helligkeit am Tage im Winter in diesen suedlichen Gefilden sehr kurz ist, von fast 8 Stunden taeglich. Man faehrt also noch fast in der Dunkelheit los, um mit dem ersten Licht des Tages schon bei den Skipisten zu sein, um den Tag gut auszunutzen. Groessere und kleine preiswerte Busse fahren halbstuendlich von mehreren Stellen Ushuaias dorthin los. Stattdessen ist die Helligkeit im Sommer desto laenger: mehr als 17 Stunden taeglich!

Auf der im Zentrum Ushuaias 1500 m langen Hauptstrasse San Martin kann man alle moeglichen tollen Souvenirs kaufen, als auch die besten Restaurants besuchen, die natuerlich sonst auch noch in den Seitenstrassen oder am Meer entlang auf der Avenida Maipu anzutreffen sind. Hauptgerichte der Gegend wie in ganz Patagonien ist der "Cordero patagonico" (patagonischer Laemmerbraten), besonders schmackhaft am Spiess vorbereitet, wie die typische "Centolla" aus Ushuaia, dortselbst gefischt. Kasino gibt es natuerlich auch. Zentrisch gelegen sind auch viele Hotels bis zu drei Sternen, sogar eins noch von vier, und sonstige Unterkunft, auch internationale Jugendherbergen, mehrere sehr guter Qualitaet, wie man es auch aud dem "Southamerikan Handbook" und anderen Reisefuehrern entnehmen kann.

Am Kai kann man dann einen Blick auf grosse Schiffe aller Art werfen, auch Rundfahrten auf dem Beaglekanal zu mehreren Inseln buchen, wo man Pinguine und Seeloewen u.a. besichtigen kann. Der Hafen ist ein tiefer geschuetzter Meereshafen, der nicht wie in Buenos Aires dauernd ausgebaggert werden muss. Da ist dann im Sommer Hochbetrieb mit den Luxusschiffen, die zur Antarktis und/oder anderen suedatlantischen Inseln fahren wie unter anderem Malvinen (englisch Falkland), oder zu den chilenischen Fjorden; sowie im nahen Yachthafen, wo auch Segelschiffe aller Herren Laender anzutreffen sind. Trotz des sogar im Sommer sehr kaltem Wasser des Beaglekanals haben einige wagemutige es geschafft, diesen bis zur Insel Navarino hin und zurueck schwimmend zu ueberqueren. Andere Abenteurer tauchen in diesen eiskalten Gewaessern. Auch im Sommer kann man sich hier winterlich fuehlen, wenn man dem nahen Martial-Gletscher einen Besuch abstattet. In den Monaten Juli-August ist die Tagestemperatur zwischen –2 und 3 Grad Celsius, im den Monaten Dezember bis Februar zwischen +8 und +18 Grad Celsius. Die Tagestemperaturspanne ist relativ gering, da die Stadt ja am Meer liegt.

Ganz in der Naehe, einige Kilometer westlich, und bis zur Grenze mit Chile, ist der einzige argentinische Naturschutzpark, wo Gebirge und Meer verbunden werden. Da kann man ganz zahme Hasen rumhoppeln, oder die Biber an ihrer Arbeit sehen. Es ist schon toll, wie letztere ganze Baeume ohne weiteres faellen. Die Biber sind im vorigen Jahrhundert eingefuehrt worden, um Felle zu gewinnen. Da es hierorts den groessten Feind der Biber, also den Baeren, nicht gibt, wurden sie quasi zur Plage, da sie die Fluesse mit Staudaemmen versehen, die nicht gerade sehr erwuenscht sind. Die Landschaft rund um Ushuaia kann in einigen Jahreszeiten tolle Farbtoene bekommen, nicht nur wegen des Farbenreichtums des Laubes der Waelder sondern auch wegen der Torffelder, die man sonst ausser Malvinen in ganz Argentinien nicht antreffen kann.

Touristisch phantastisch ist nahe Ushuaias die suedlichste Bahn der Welt, "el tren del fin del mundo", der Zug des Weltendes, der gemaechlich 7 km auf kleiner Gleisspur durch die Landschaft faehrt, aber wo man unbedingt mal mitfahren muss.

Im Sommer ist wie gesagt Haupsaison. Lange Tage, angenehmes frisches Klima, ist es die beste Zeit, die Berge zu erklimmen, zum Reiten, Golf zu spielen oder nur durch die langen Wege ohne jegliche Zivilisation zu trekken oder nur so bewandern bzw. spazierengehen.-

Ganz argentinisch-Feuerland ist nur sehr duenn besiedelt, nicht mehr als 0,1 Einwohner auf den Quadratkilometer, also einen Einwohner je 10 Quadratkilometer. Bei dieser Rechnung ist eine kleine Falle: die argentinische Antarktis ist mitgerechnet. Nur drei Staedte hat dieser Provinz, und Tolhuin am Fagnanosee ist in der Mitte der beiden "Grossen": Ushuaia mit 46.000 und Rio Grande mit etwas mehr als 55.000 Einwohnern. Ushuaia ist Hauptstadt der Provinz, mit schmucken Gebaeuden; hervorzuheben ist auch das erst kuerzlich eingeweihte Gerichtsgebaeude in einem Aussenbezirk. Oestlich von Ushuaia sind elegante Villen in der Naehe des Hotels Tolkeyen (Name, den man mehrere Male hier antrifft) zu finden.

Sonst gibt es in der ganzen Provinz nur einige riesengrosse Estanzien, die sich historisch besonders der Schafzucht und heute auch nebenbei dem Tourismus widmen. So gibt es in einer diesen Estanzien den groessten "Galpon de Esquila" (Gebaeude, um den Schafschur vorzunehmen) der Welt !

Die Wichtigkeit der katholischen Kirche in Feuerland ist besonders stark in Rio Grande festzustellen, wo die Mission der Salesianer eine bemerkenswerte Leistung vollbracht haben. Zwischen den beiden "grossen" Staedten Feurlands gibt es nur noch in der Mitte derselben das gemuetliche Dorf Tolhuin, erst 1972 entstanden, in der Naehe des 100 km langen Fagnanosees. Diese Gegend kann man von Ushuaia in einer Tagestour, die ueber die Andenkette fuehrt, geniessen.

Von ueberall kommen passionierte Angler, um in den Fluessen Feuerlands ihr Glueck zu probieren.

Tierro del Fuego ist die einzige Provinz Argentiniens, wo praktisch das selbe Lebensniveau der Stadt Buenos Aires erreicht wird, das ueber 30 % hoeher als der Durchschnitt des restlichen Argentiniens liegt. Noerdlich von Rio Grande wird im Atlantik Erdoel –deutsche Investitionen dabei- und Erdgas gefoerdert. Diese werden nicht nur exportiert oder in andere Gegenden geschafft, sondern auch teilweise fuer Eigenkonsum der Einwohner der ganzen Provinz preiswert verkauft. Es ist auch echt noetig: Heizung braucht man das ganze Jahr ueber. Dazu kommt, das keine Importsteuern von den Einwohnern der ganzen Provinz bezahlt werden, und auch sonstige Steuern wie Einhahmenssteuern (de las Ganancias) und Mehrwertsteuer (IVA) fallen hier weg. Als der USA-Dollar noch 1:1 zum Peso stand (heutzutage ungefaehr 1:3), haben sich die Einwohner von Ushuaia und dem Rest der Provinz billig mit Importprodukten eingedeckt. Sogar der Aermste soll sein eigenes Auto besessen haben. Nach der Entwertung ist dem nicht mehr so, aber dennoch bekommt man vieles Importiertes im Vergleich billiger als im sonstigen Argentinien. Die Preise der argentinischen Produkte sind stattdessen so hoch wie in Buenos Aires, besonders weil sie von weit her transportiert werden muessen. Ushuaia ist eine der wenigen Staedte Argentiniens, wo die meisten Einwohner Einwanderer sind: aus anderen Nachbarlaendern oder auch von weit her verschlagen, wie als auch von allen argentinischen noch so entfernten Provinzen.Noch 1978 wohnten in Ushuaia nur an die 7000 Einwohner, heutzutage wie gesagt schon rund 46.000. Hier wurden jahrelang durch besondere Steuererlasse an die Firmen neue Arbeitskraefte ansaessig, um in den neu aufgebauten Fabriken zu werken. Diese Firmen haben spaeter fast alle Konkurs angemeldet und dies wurde zu einem schwerwiegenden sozialen Problem wegen der darauffolgenden Arbeitslosigkeit. Noch ist dieses Thema nicht aus der Welt geschafft.-

Wenn Weihnachten vor der Tuer steht, fliegen nicht nur viele Touristen nach Ushuaia, sondern auch viele der dortigen Bewohner verlassen "die Insel" (wie Feuerland kurz genannt wird), um die Angehoerigen im Norden zu besuchen. Da kann es schon mal ein Jahr geschehen, das in dieser Jahreszeit nur die Haelfte der Einwohner Ushuaias zuhause sind.

Die Stadt Ushuaia ist zwar keine so schmucke touristische Stadt wie San Martin de los Andes, die als eine der schoensten Reiseziele Argentiniens von einer spezialisierten Zeitschrift Argentiniens ("Lugares") auserkoren wurde. Aber man spuert, das man hier noch viele Abenteuer erleben kann, wenn man dazu bereit waere. Es gibt hier auch viele, die es schnell zu was brachten, denn es ist schon ein ganz besonderes Plaetzchen Erde im Sueden des Landes der "unbegrenzten Moeglichkeiten", wo viele ihren Idealen freien Lauf liessen oder ihr Glueck suchten und viele auch fanden . Hier gibt es noch viele namenlose Berge, ganze Landstriche ohne eine Menschenseele, ohne Strassen, sogar ganze Gegenden ohne Pfade. Man braucht nur von Ushuaia in Richtung Osten in die "Fusszehe des amerikanischen Kontinents" vorzudringen, wo die Peninsula Mitre ist, und man ist mit sich vollkommen alleine. Aber nicht nur in diese Richtung.... Abenteurer aller Welt sind hier schon mal auf ihre Kosten gekommen. Auch in oestlicher Richtung ist die Le Maire-Strasse und danach die verlassene Estados-Insel, wo nur eine zeitlang der beruechtigte weltberuehmte Comandante Luis Piedrabuena hauste –Retter vieler Schiffsbruechigen- , oder auch mal ein Gefaengniss stand; und wo Jules Verne ueber Abenteuer in der Gegend des "Faro del fin del mundo", dem "Leuchtturm des Weltendes", erzaehlte. Dazwischen liegt die o.g. schreckliche Wasserstrasse "Le Maire" mit all ihren versunkenen Schiffen, die es nicht weiter geschafft haben, nachdem sie einigemale alle Weltmeere kreuz und quer erfolgreich befahren haben, da irgendein Sturm sie hier versank. Einige schafften es bis zu Kap Hoorn, um dort unterzugehen.

Goldsucher, die von der Ostkueste der USA lieber nicht durch die Indianergebiete des wilden Westen reiten wollten, wagten es lieber per Schiff durch den Magellankanal oder ueber Kap Hoorn an Feuerland vorbei (Panamakanal noch nicht gebaut!), um so "leichter" die Westkueste von USA zu erreichen. Aber Gold wurde auch in Feuerland gesucht und manchmal auch gefunden. Einer der beruehmtesten Goldsucher war der Rumaene Popper , der eigenes Heer besass und Goldmuenzen herstellte, und dessen Abenteuer viel in der "high society" von Buenos Aires gefeiert wurden .Literatur darueber ist heutzutage in jeder guten Buecherei erhaeltlich. Viele Goldsucher blieben aber arm und kamen nicht sehr weit damit, einige auch in den nahen Inseln von Ushuaia im Beaglekanal, wie u.a. die Gable – Insel.

Leider wurden die urspruenglichen Einwohner –die Indianer- in Feuerland hauptsaechlich durch von Weissen eingefuehrten Krankheiten, gegen die sie nicht gewappnet waren, praktisch ausgerottet. Man kann nur noch sehr wenige Nachfahren dieser starken Eingeborenen sehen, die ueber Jahrtausende dem schweren Klima Feuerlands getrotzt haben und eigene Kultur und Sprache pflegten.

Spezialisierte Bibliotheken findet man in Ushuaia im tollen "Museum des Weltendes" (im Internet kann man alle dort vorhendenen Titel und Autoren lesen) oder des "Gefaengnisses des Weltendes" u.a. Ein spezialisiertes Geschaeft aus Ushuaia mit allem moeglichen, auch Buecher ueber Ushuaia und Feuerland gibt es auch in Buenos Aires in der Galeria Pacifico im Zentrum der Stadt. Um Rhabarbermarmelade, noch mit Omas Rezept gemacht, oder sonstige eigenartige Produkte zu bekommen, muss man schon mal nach Ushuaia hin. Feuerland hat eine eigene Stelle mit Information in M.T. Alvear 790 ganz in der Naehe des San Martin-Platzes, und sonst gibt es auch touristische Information in der "Direccion Nacional de Turismo", in einem Lokal einer Galerie neben Santa Fe 891, beides in Buenos Aires. In Ushuaia hat die Tourismusinformationsstelle das ganze Jahr ueber auf der Hauptstrasse San Martin geoeffnet! Mehrere links finden sich ueber Ushuaia und Feuerland u.a. auch in meiner Webseite www.gaebler.com.ar Es gibt tolle Photos ueber Ushuaia bei der einzigen webcam Ushuaias, die mindestens ein neues Photo taeglich zeigt.

Also nicht lange ueberlegen und schnell aufbrechen zum "Treffpunkt der Welt" !!! ... Zum Finis Terrae!! Nicht nur Buenos Aires, Rio, Paris, Berlin, London, Rom, Madrid, Wien, Zuerich, New York, Tokio, Sydney oder Kapstadt sind eine Reise wert!!! Ob wir in Deutschland, Argentinien oder sonstwo auf unser globalieserten Welt leben...: Warum sollten wir nicht mal aufbrechen und den "Katzensprung" nach USHUAIA wagen???

Author: Claudio Gaebler, Monroe 2413, 1°, "4",(1428) Buenos Aires, Argentinien, Telephon (0054-11) 4798-5650, www.gaebler.com.ar.

Links ueber Ushuaia:

www.tierradelfuego.org.ar Komplette Information, Hotels, webcam, usw.

www.ushuaia.gov.ar Information mit schoenen Photos.

www.e-ushuaia.com Information mit schoenen Photos.

www.auroclubushuaia.org.ar/fotos.htm Schoene Luftaufnahmen mit der Berglandschaft.

www.cerrocastor.com Information ueber das neueste Skigelaende Argentiniens.

www.companiadeguias.com.ar mit schoenen Photos von Bergtouren.

www.cumbresdelmartial.com.ar /imagen.htm mit schoenen Photos von dem nahen Gletscher.

www.argentina-online.de. Viele Information ueber Argentinien und auch Feuerland

CLAUDIO GAEBLER
claudiogaebler@fibertel.com.ar
 
Buenos Aires - Argentina

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